WILLI BORN

Willi Born Willi Born wohnt im brandenburgischen Velten, nahe der Grenze zum West-Berliner Bezirk Reinickendorf. Anfang 1970 leistet der 19-Jährige seinen Wehrdienst in Oranienburg, nicht als Grenzsoldat, sondern im Motorisierten Schützen-Regiment, einem Truppenteil der 1. Motorisierten Schützendivision Potsdam der Nationalen Volksarmee.[1]

In den frühen Morgenstunden des 7. Juli 1970, zwölf Tage vor seinem 20. Geburtstag, verlässt Willi Born zunächst unbemerkt seine Einheit. Während er sich bei Bergfelde, nördlich von Berlin, am helllichten Tag ins Grenzgebiet begibt, ist seine Abwesenheit in der Kaserne bemerkt worden. Willi Born wird zur Fahndung ausgeschrieben, alle Grenzposten erhalten die Order zur verstärkten Beobachtung. Gegen 10.30 Uhr bemerkt ein Posten den Flüchtenden und gibt einen Warnfeuerstoss ab.

Von mehreren Grenzsoldaten gejagt, sucht Willi Born in einem Waldstreifen Deckung. Dort wird er gestellt. Bevor ein Posten ihn festnehmen kann, schießt sich Willi Born mit seiner Maschinenpistole eine Kugel in den Kopf. Er ist sofort tot.

[Text: Udo Baron]

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[1] Vgl. hierzu und zum Folgenden: Abschlussbericht der NVA/Grenzregiment 36/Der Kommandeur über den verhinderten Grenzdurchbruch mit Selbsttötung des Grenzverletzers am 7.7.1970 gegen 10.45 Uhr im GR-36, 7.7.1970, in: BArch, VA-07/17904, Bl. 26-30.