13. AUGUST 2016. ERINNERUNG AN DEN BAU DER BERLINER MAUER 1961

Am 13. August 2016 jährte sich der Bau der Berliner Mauer zum 55. Mal. Zur Erinnerung an den Mauerbau und seine Folgen und im Gedenken an die Opfer von Mauer und Teilung lud die Stiftung Berliner Mauer zu einem ganztägigen, generationsübergreifenden Programm ein.

Zentrale Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung
Die Erinnerung an die Folgen der SED-Diktatur für Opfer und Hinterbliebene und die Versöhnung mit der Vergangenheit standen im Mittelpunkt der Gedenkandacht am Vormittag. Mit ausgewählten Stimmen aus dem Zeitzeugenarchiv der Stiftung Berliner Mauer erinnerte die Künstlergruppe a rose is des Instituts für künstlerische Forschung an den Tag des Mauerbaus. "Die mauern uns ein", so eine der Stimmen aus dem Jahr 1961, die musikalisch interpretiert wurde. "Die Stimmen aus dem Archiv bewegen uns, bewegen das Archiv unserer Gefühle mit dem was war und mit dem was heute immer noch geschieht," so Pfarrer Thomas Jeutner von der Evangelischen Versöhnungsgemeinde.

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An der Andacht und der anschließenden Kranzniederlegung nahmen neben dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, auch der Präsident des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, die Senatoren Henkel (CDU) und Geisel (SPD), Vertreter von Bund und Land sowie aus diplomatischen Vertretungen, Vertreter von Opfergruppen, Parteien und Kirchen teil. Eingeladen waren auch zahlreiche Zeitzeugen, unter ihnen Karin Gueffroy, die Mutter des 1989 erschossenen Chris Gueffroy und der Bruder von Günter Litfin, der im August 1961 den tödlichen Schüssen von Grenzposten erlag.

Anlässlich dieses besonderen Tages betonte der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Dr. Axel Klausmeier; "Für uns steht heute das Gedenken an die Opfer von Mauer und Teilung im Mittelpunkt. Nicht der kurzfristige Effekt, sondern die konstante Präsenz ist dabei entscheidend. Der 13. August ist für uns Erinnerung und Mahnmal zugleich."

Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, betonte die Bedeutung der Gedenkstätte als historischem Ort, an dem kritisches Geschichtsbewusstsein für aktuelle, politische Entwicklungen entwickelt werden kann.

Nachmittagsprogramm
Der Filmemacher Gerald Grote präsentierte Ausschnitte aus seinem Film "Bis an die Grenze". Der Film zeigt Privataufnahmen vom Bau der Berliner Mauer und vom Leben an der Grenze bis 1989. Nach der Filmvorführung sprach er mit den Zeitzeugen Rainer Just und Peter Guba, deren Aufnahmen im Film zu sehen waren.

Im Garten des Hotels Grenzfall, der unmittelbar hinter dem Dokumentationszentrum der Gedenkstätte liegt, fand ein Zeitzeugencafé statt. In vier Gesprächsrunden teilten die ZeitzeugInnen ihre Erinnerungen an den 13. August 1961 mit den BesucherInnen, sprachen über das Leben mit der Mauer, gaben Einblick in die Besonderheiten einer unangepassten DDR-Jugendkultur und berichteten über Aktionen gegen die Mauer. Das Café bot eine abwechslungsreiche Mischung aus Erinnerungen, Erzählungen, Berichten und Dialogen und fand großen Zuspruch bei den ZuhörerInnen. Die einzelnen Gespräche wurden von JournalistInnen bzw. SchülerInnen des Europäischen Gymnasiums Bertha-von-Suttner in Berlin-Reinickendorf moderiert. Die eingeladenen GesprächspartnerInnen lebten früher in der DDR oder in West-Berlin bzw. dem Bundesgebiet. Ihre sehr persönlichen Geschichten ermöglichten es, unterschiedliche Aspekte der Teilungsgeschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erfahren.

Vor dem Dokumentationszentrum konnte man die Comiczeichner Thomas Henseler und Susanne Buddenberg treffen, die ihre Graphic Novels "Grenzfall", "Tunnel 57", "Berlin. Geteilte Stadt" und "DDR-Geschichte zum Einkleben" signierten. Sie zeichneten nicht nur mit ihrem Namen, sondern mit kleinen, persönlich gehaltenen Comicfiguren.

Parallel dazu fanden Führungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Außengelände der Gedenkstätte zur Geschichte des Ortes und der geteilten Stadt statt. Angeboten wurden die geführten Touren in deutscher und englischer Sprache.

Am Abend wurde in der Kapelle der Versöhnung ein Dichterwettstreit der besonderen Art veranstaltet: Bei einem Poetry Slam setzten sich die Poetinnen und Poeten in ihren Texten mit Themen wie "Deutschland Ost / West", "Mauer im Kopf", "Grenze, Flucht und Integration" auseinander. Das Publikum entschied zum Ende des Wettbewerbs, dass es Noah Klaus am besten gelang, allein durch seine Worte zu überzeugen.

Der diesjährige Medienpartner der Stiftung Berliner Mauer war der Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb). Am Abend sendete dieser die Hauptnachrichtensendung Abendschau live von der Gedenkstätte Berliner Mauer. Im Gespräch mit der rbb-Moderatorin Cathrin Böhme waren neben dem Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Dr. Axel Klausmeier, auch Thorben Kurzbach und Selin Cumaoglu vom Europäischen Gymnasiums Bertha-von-Suttner in Berlin-Reinickendorf. Zusammen mit ihrer Mitschülerin Lina Schäfer moderierten die beiden am Nachmittag das Zeitzeugengespräch "DDR-Jugendkultur nach dem Mauerbau" im Zeitzeugencafé.

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GEDENKANDACHT

Video Andacht - Screenshotdreizehn acht einundsechzig
Klanginstallation der Künstlergruppe a rose is zur Erinnerung an den Tag des Mauerbaus mit Stimmen aus dem Zeitzeugenarchiv der Stiftung Berliner Mauer. Filmausschnitt ansehen
(12:16 Min.)

ZEITZEUGENCAFÉ

Zeitzeugencafé am 13.08.2016
Im Garten des Hotels Grenzfall fand ein Zeitzeugencafé statt, bei dem in vier Gesprächsrunden ZeitzeugInnen ihre Erinnerungen zum 13. August 1961, zum Leben mit der Mauer, zur Jugendkultur nach dem Mauerbau und zu Aktionen gegen die Mauer mit den BesucherInnen teilten. Wir dokumentieren Auszüge aus den Gesprächsrunden in einer Audio-Dokumentation. mehr

BIS AN DIE GRENZE

Bis an die Grenze - Screenshot
Der Dokumentarfilm "Bis an die Grenze" von Gerald Grote zeigt Privataufnahmen vom Bau der Berliner Mauer und dem Leben an der Grenze bis 1989. Wir dokumentieren Filnmsequenzen daraus, die sich im Archiv der Berliner Mauer befinden.
Filmausschnitt ansehen
(ca. 1:50 Min., ohne Ton)