BEREICH D: ALLTAG AN DER MAUER

Der Bereich D des Gedenkstättenareals unterscheidet sich von den anderen Ausstellungsbereichen, weil dort an der Straßenkante wieder Wohnhäuser errichtet werden. Das Ausstellungsareal beschränkt sich auf einen Streifen entlang des ehemaligen Postenweges und auf einzelne Ausstellungselemente entlang des Bürgersteigs. Inhaltlich wendet sich dieser Bereich dem "Alltag an der Mauer" zu. Im Jahr 2012 wurden zwei der vier Ausstellungsabschnitte in diesem Bereich eröffnet. 2014 wurden die beiden letzten Ausstellungsabschnitte fertiggestellt.

Zwischen der Brunnen- und der Ruppiner Straße gibt es drei Themenstationen. Wie die Mauer sich auf den eingeschlossenen Westen der Stadt auswirkte, verdeutlicht die Themenstation "Die Mauer und West-Berlin". Frühere Kerngebiete Berlins, wie zum Beispiel der südliche Wedding, wurden auf einmal zum Stadtrand West-Berlins. In der Bernauer Straße gab es zwischen 1962 und 1971 mindestens zehn begonnene Fluchttunnel, aber nur drei waren erfolgreich. Die Themenstation "Fluchthelfer und Tunnelbauer" gibt Einblicke in die waghalsigen Fluchtprojekte. Mit Aspekten des Dienstalltags der Grenzsoldaten beschäftigt sich die dritte Themenstation. Die Grenzsoldaten hatten die Bewohner des Grenzgebiets täglich zu überwachen und sollten auf zumeist unbewaffnete und unbescholtene Flüchtlinge schießen, wenn ihre Flucht nicht anders verhindert werden konnte. Viele entzogen sich diesem Dienst, indem sie selbst die Grenze überquerten.

Zwischen der Ruppiner und Wolliner Straße veranschaulichen zwei Themenstationen den politischen Alltag an der Mauer. Die Themenstation "Die Mauer in der Politik" zeigt, wie die Bundesregierung und der West-Berliner Senat bei Staatsbesuchen und Mahnwachen auf die Einmauerung und ihre Konsequenzen für die Stadt hinwiesen. Dem "Kalten Krieg und seinen Medien" widmet sich die zweite Themenstation. Die Mauer diente - beiden Seiten - als Hintergrund einer politischen bzw. propagandistischen Auseinandersetzung um die Teilung. Untermalt wurde der hauptsächlich mit Plakaten geführte Streit mit dem so genannten "Krieg der Lautsprecher", indem beide Seiten Anfang der 1960er Jahre ihre politischen Botschaften mit mobilen Lautsprecherwagen zu übermitteln versuchten.

In dem Ausstellungsbereich zwischen Wolliner und Schwedter Straße widmet sich die Themenstation "Beobachten, helfen, schützen: Die Mauer im westlichen Blick" der Bedeutung der Mauer für West-Berlin und seine Bewohner. Die Themenstation "Die Mauer und ihr Fall an der Schwedter Straße" bildet den Abschluss des Ausstellungsbereiches.

Bereichsflyer D