DAS DOKUMENTATIONSZENTRUM BERLINER MAUER

Das Dokumentationszentrum in der Bernauer Straße 111 wurde 1965 als Gemeindezentrum der Versöhnungskirche errichtet (Architekt Harald Franke). Sein Bau war eine Reaktion auf den Verlust der Gemeinde, da ihre Kirche und das Gemeindehaus in der Bernauer Straße 4 seit dem 13. August 1961 unzugänglich im Grenzstreifen lagen.

Seit 1999 stellt die Kirchengemeinde dieses Gebäude zu großen Teilen der Gedenkstätte für das Dokumentationszentrum zur Verfügung. Das Gebäude wurde 2002/2003 nach einem Entwurf der Berliner Architekten Hapke/Zerr/Nieländer umgebaut und erhielt einen neuen Aussichtsturm. Die gegenwärtig hier gezeigte Dauerausstellung zum Bau der Berliner Mauer wird im Zuge der Erweiterung der Gedenkstätte vollständig erneuert.

Die Ausstellung: "Berlin, 13. August 1961"

Die Ausstellung "Berlin, 13. August 1961" dokumentiert die Ereignisse, die zum Mauerbau geführt haben, den Ablauf der Grenzschließung am 13. August 1961 und die daraus resultierenden Folgen für die Menschen. Durch die Konzentration auf ausgewählte Aspekte versucht sie die damaligen Vorgänge exemplarisch zu verdeutlichen.

Die Ereignisse werden aus drei verschiedenen Perspektiven betrachtet, die jeweils über ein Medium vermittelt werden:

  • Die Situation in Berlin wird über Hördokumente erfahrbar.
  • Die Lage in Deutschland wird durch Archivdokumente dargestellt.
  • Die Bilddokumente alliierter Fotografen spiegeln den Blick von außen wider.

Ausschnitte aus englischen und amerikani­schen Filmberichten ergänzen das bilddokumentarische Angebot.

Ein Flächenmodell der Bernauer Straße lässt die ursprüngliche Bebauungssituation erkennen und verdeutlicht gleichzeitig die Situation der Sperranlagen im Jahr 1965.

An Besucherterminals sind umfangreiche Informationen zur Geschichte der Todesopfer an der Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989 abrufbar.


Vertiefungsstationen

Medienstationen bieten vertiefende Informationen zur Mauergeschichte.

  • In Hörbänken sind historische Rundfunkaufnahmen zum Mauerbau aus Ost- und West-Berlin sowie Ausschnitte aus Zeitzeugeninterviews abrufbar. Eine Hörstation außerhalb des Dokumentationszentrums bietet unabhängig von den Öffnungszeiten Informationen über den Mauerfall.
  • Eine Serie von Großfotos verdeutlicht die Situation in der geteilten Stadt vom Beginn der 1950er Jahre bis zum Mauerfall im November 1989.
  • Im Lesearchiv wird eine Auswahl von Aktendokumenten zu verschiedenen Themen präsentiert. Dort befinden sich sowohl Unterlagen der Grenztruppen über den Grenzaufbau, Zwischenfälle an der Grenze und den Grenzdienst als auch Berichte der Staatssicherheit z.B. über verschiedene Tunnelfluchtprojekte in der Bernauer Straße.
  • Besucherterminals bieten vielfältige Informationen über die Ereignisse in der Bernauer Straße.

Aussichtsturm

Ein Turm mit Aussichtsplattform bildet den Zugang zum Dokumentationszentrum. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf den ehemaligen Grenzstreifen entlang der Bernauer Straße und auf die Reste der Grenzanlagen, die hier in der Tiefenstaffelung erhalten geblieben sind. Ein Teil der Grenzanlagen wurden zu einem Denkmal gestaltet, das an die Teilung der Stadt erinnert und dem Gedenken an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft gewidmet ist.

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Dokumentationszentrum, Aussichtsturm

Aussichtsturm am Dokumentationszentrum, 2002, Foto: T. Seidel, Gedenkstätte Berliner Mauer