ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DER GEDENKSTÄTTE

Am 2. Oktober 1990, am Tag vor der Wiedervereinigung, stellte der Ost-Berliner Magistrat den über den Sophienfriedhof verlaufenden Grenzabschnitt unter Denkmalschutz. 1994 wurde ein Wettbewerb ausgelobt, der die Gestaltung eines Denkmals für die Opfer des Mauerbaus und in Erinnerung an die Teilung der Stadt zum Ziel hatte. Das Denkmal wurde am 13. August 1998 eingeweiht.

1997 gründete sich auf Initiative des Berliner Senats der Verein Berliner Mauer als Trägerverein eines aufzubauenden Dokumentationszentrums, das im Gemeindehaus der Versöhnungsgemeinde zum 10. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 1999 eröffnet wurde. Es sollte das Denkmal durch Sachinformation und politische Bildungsarbeit ergänzen.

Im Jahr 2000 erfolgte auf dem ehemaligen Grenzstreifen die feierliche Einweihung der Kapelle der Versöhnung. Diese drei Elemente ermöglichen auf unterschiedlichen Wegen und in unterschiedlicher Form eine Annäherung an die Geschichte und die Folgen der Berliner Mauer: künstlerisch, dokumentarisch und geistig-religiös. Die Besucher können somit ihren eigenen Zugang zum historischen Ort und den Zeugnissen der Vergangenheit wählen.

Dennoch wuchs im Laufe der Jahre das Bewusstsein, dass durch den fast vollständigen Abriss der Grenzanlagen nur wenige aussagekräftige Anknüpfungspunkte für die Vermittlung der Geschichte erhalten geblieben sind. Das im Jahr 2006 vom Berliner Senat verabschiedete Gesamtkonzept zur Erinnerung an die Berliner Mauer sieht deshalb eine Stärkung und Vernetzung der verschiedenen Mauerorte in Berlin vor.

Die Gedenkstätte in der Bernauer Straße wurde daraus folgend bis 2014 zum zentralen Ort des Gedenkens an die Opfer der Berliner Mauer ausgebaut. Im Jahr 2009 wurde das Besucherzentrum in der Bernauer Straße Ecke Gartenstraße eröffnet, das als Anlaufpunkt für Gruppen und Einzelbesucher alle Grundinformationen zur Mauer und zu den Angeboten der Gedenkstätte bereit hält. Wesentliches Erweiterungselement ist die dauerhaft zugängliche Außenausstellung auf dem ehemaligen Mauerstreifen an der Südseite der Bernauer Straße.

Im November 2014 wurde das Dokumentationszentrum nach einjähriger Umbauphase neu eröffnet und erläutert in der Dauerausstellung "1961 | 1989. Die Berliner Mauer" die politisch-historischen Hintergründe vom Mauerbau bis zum Mauerfall und der Wiedervereinigung.

Der 1,4 km lange und 4.4 ha große Grenzstreifen wurde nach einem Entwurf der Berliner Büros sinai, ON architektur und Mola+Winkelmüller Architekten zu einer neuartigen Erinnerungslandschaft umgestaltet und ebenfalls im November 2014 fertiggestellt. Die bestehenden Reste und Spuren der Berliner Mauer wurden dabei erhalten, die dramatische Ereignisgeschichte der Bernauer Straße wird erlebbar. Zentrales Element ist das 2010 fertig gestellte „Fenster des Gedenkens“ auf dem ehemaligen Sophien-Friedhof: ein würdiger Gedenkort für die Todesopfer an der Berliner Mauer.