DIE GRENZHELFER DER DDR

Das Grenzregime der DDR bildete eine der Grundlagen für die Herrschaft der SED in der DDR und ihre langfristige Absicherung. Die Grenzanlagen bedeuteten für die Bewohner des Grenzgebiets eine Intensivierung von repressiven Maßnahmen, eine auch im DDR-Maßstab große Überwachung und eine zusätzliche Beschränkung der Freizügigkeit. Dennoch fanden sich einige im Sperrgebiet lebende Menschen bereit, als „freiwillige Helfer“ die Grenzpolizei bzw., seit 1961, die Grenztruppen zu unterstützen. Die Grenzhelfer bildeten als Mittler zwischen den Grenzeinheiten der DDR und der Bevölkerung ein nicht unwichtiges Element der Grenzsicherung. Sie bewegten sich an der Schnittstelle von Repression und Kooperation, an der die Durchsetzung autoritärer Herrschaft in modernen Gesellschaften sichtbar und fühlbar wird. Die für solche Gesellschaften typische Mischung aus passivem Abseitsstehen, widerwilligem Mitmachen, aktiver und teilweise überzeugter Kooperation, sowie der Zwang zur Unterwerfung wird an dieser Personengruppe deutlich.

Das Projekt wird von Dr. Gerhard Sälter bearbeitet. Es ist von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert worden. Es ist nahezu abgeschlossen, Teilergebnisse wurden in mehreren Aufsätzen und Vorträgen vorgestellt. Eine Buchpublikation ist geplant.