AUSBAU DER MAUER 1961 BIS 1989

Es gelang der SED-Führung auch mit dem Bau der Mauer nicht, die Fluchtbewegung vollständig zu stoppen. Im Gegenteil: Weil der Mauerbau Freunde und Verwandte in Berlin voneinander getrennt hatte, stieg besonders in Ost-Berlin und im Berliner Umland der Fluchtdruck noch an. Menschen versuchten weiterhin, über die Grenzsperren zu fliehen. Die SED ließ diese deshalb ausbauen, so dass aus der einfachen Mauer eine komplexe und tief gestaffelte Anlage zur Fluchtverhinderung wurde.

Zunächst errichteten Grenzsoldaten und Pioniere nach jeder geglückten Flucht provisorisch und kleinteilig weitere Sperren hinter der Grenzmauer. Seitdem 1963 ein Grenzgebiet hinter der Mauer in Ost-Berlin festgelegt worden war, wurde dieser Bereich an vielen Stellen durch einen Zaun weiträumig abgesperrt. Mitte der sechziger Jahre ließ die SED einen gleichförmigen Grenzstreifen anlegen, für den Wohnhäuser abgerissen wurden. Für die Grenzsoldaten sollte freies „Sicht- und Schussfeld“ geschaffen werden. In den folgenden Jahren wurde dieser „Todesstreifen“ mit immer weiteren Sperranlagen ausgerüstet. In den siebziger Jahren kam eine zweite Mauer hinzu, die „Hinterlandmauer“, die den Grenzstreifen zu Ost-Berlin bzw. der DDR hin begrenzte.

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Mauer im August 1961, Chaussee- Ecke Boyenstraße, Aug. 1961

Mauer im August 1961, Chaussee- Ecke Boyenstraße, Foto: K. Thamm-Bürger, Gedenkstätte Berliner Mauer