Seit dem Kriegsende hatte die Staatspartei SED mit Unterstützung der sowjetischen Besatzungsmacht in Ostdeutschland eine Diktatur errichtet. Große Teile der ostdeutschen Bevölkerung waren mit dem neuen politischen und wirtschaftlichen System nicht einverstanden. Deshalb setzte bereits Ende der vierziger Jahre eine schnell wachsende Fluchtbewegung ein, wobei sich bei den einzelnen Flüchtlingen politische, wirtschaftliche und persönliche Motive vermischten. Bis zum August 1961 hatte die DDR ein Sechstel ihrer Bevölkerung verloren. Da die SED die Grenze der DDR zur Bundesrepublik schon 1952 abriegeln ließ, wurde der direkte Weg für Flüchtlinge immer gefährlicher. Viele gingen deshalb über die noch offenen Sektorengrenzen zunächst nach West-Berlin, um durch dieses letzte Schlupfloch in die Bundesrepublik zu gelangen.
Am 13. August 1961 begann die SED die Grenzen rings um West-Berlin zunächst mit Stacheldraht und wenige Tage später mit Mauern endgültig abzuriegeln. Sie versuchte so, die anschwellende Fluchtbewegung zu beenden. Zugleich wollte sie ihre Macht stabilisieren und nach außen Souveränität dokumentieren. Trotz Stacheldraht und Mauer konnte die Fluchtbewegung nicht vollständig gestoppt werden. Deshalb wurden die Grenzsperren in Berlin bis 1989 immer weiter perfektioniert.
Grenzübergänge zwischen Ost- und West-Berlin [PDF, 980,00 KB]


