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DIENSTAG, 8. NOVEMBER 2016
PRESSEMITTEILUNG: ERINNERUNG AN DEN FALL DER BERLINER MAUER IM HERBST 1989

Anlässlich des 27. Jahrestages des Mauerfalls am 9. November sagt der Direktor der Stiftung Berliner Mauer:

Zitat Prof. Dr. Axel Klausmeier: „Gerade heute – wo vielerorts Populisten das politische Geschehen maßgeblich beeinflussen, sollten wir die Erinnerung an den Herbst 1989 nutzen, um Europa und seine Werte zu stärken: Freiheit, Demokratie und Menschenrechte gehören zusammen.

Vor 27 Jahren gingen viele mutige Bürger auf die Straße. Ihr Protest führte 1989 zum Fall der Berliner Mauer. So macht der Mauerfall auch deutlich, dass friedlicher Protest Wirkung entfalten kann. Gleich-zeitig ist der Fall der Berliner Mauer im europäischen und weltweiten Kontext zu sehen. Denn nur durch die politischen Entwicklungen und günstigen, internationalen Rahmenbedingungen konnte Deutschland wieder vereint werden.

Wer heute versucht, der europäischen Idee ihre Strahlkraft zu nehmen, der sei auch an die Euphorie des 9. November 1989 erinnert. Erinnert an die Hoffnung auf ein geeintes, friedliches europäisches Mit-einander. Wir müssen die historischen Ereignisse kontextualisieren. Gleichzeitig können die Erkenntnisse von damals bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen in Europa helfen.“


Zentrale Gedenkveranstaltung ab 10.00 Uhr in der Bernauer Straße

Die zentrale Gedenkveranstaltung in Erinnerung an den Fall der Berliner Mauer findet ab 10.00 Uhr in der Gedenkstätte Berliner Mauer statt. Das Thema „Europa“ steht im Mittelpunkt. Es werden Rosen in die Hinterlandmauer gesteckt und nach einer Andacht werden am Denkmal der Gedenkstätte Kerzen entzündet.


Andacht für 139. Todesopfer an der Berliner Mauer: Czeslaw Jan Kukuczka

In Erinnerung an die Todesopfer an der Berliner Mauer lädt die Stiftung Berliner Mauer gemeinsam mit der Evangelischen Versöhnungsgemeinde um 12.00 Uhr zu einer Andacht in die Kapelle der Versöhnung ein.

Erstmals wird dort am 9. November die Biografie von Czeslaw Jan Kukuczka (1935-1974) gelesen. Es handelt sich um das 139. Todesopfer an der Berliner Mauer. Der polnische Feuerwehrmann wurde 1974 im Tränenpalast nah der Friedrichstraße in Berlin erschossen. Er war am 29. März 1974 in der polnischen Botschaft in Ost-Berlin erschienen und drohte mit einem Sprengstoffanschlag, wenn er nicht sofort nach West-Berlin ausreisen dürfe. Die Geheimdienstler in der polnischen Botschaft ließen Kuckuczka in dem Glauben, seinem Wunsch nachzukommen, hatten aber bereits den DDR-Staatssicherheitsdienst eingeschaltet. Im Tränenpalast, nach der letzten Kontrolle, wurde Czesław Kukuczka aus zwei Metern Entfernung vermutlich von einem Stasi-Offizier hinterrücks erschossen.

Auch 55 Jahre nach dem Mauerbau existierten keine gesicherten Angaben über die Anzahl der Todesopfer an der Berliner Mauer. Grund dafür ist, dass immer wieder neue Unterlagen auftauchen und es zahlreiche Verdachtsfälle ohne Unterlagen gibt. Seit 2005 überprüft die Stiftung Berliner Mauer gemeinsam mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam die genaue Zahl der Todesopfer an der Berliner Mauer. Alle Biographien sind unter www.berliner-mauer-gedenkstaette.de sowie www.chronik-der-mauer.de abrufbar.


Pressemitteilung [PDF, 460,00 KB]