Sie sind hier: Startseite | Presse

DONNERSTAG, 10. NOVEMBER 2016
PRESSEEINLADUNG: TODESOPFER DES DDR-GRENZREGIMES IN BERLIN VOR DEM MAUERBAU 1961

Berlin, 10. November 2016 – Die Stiftung Berliner Mauer lädt am 15. November zur Präsentation der neuen Publikation „Die vergessenen Toten – Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Berlin von der Teilung bis zum Mauerbau (1948-1961)“ ein. Das Buch ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts unter Leitung des Historikers Gerhard Sälter. Neben ihm werden an dem Termin der Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten, Tim Renner, sowie die Historiker Prof. Dr. Michael Lemke und Dr. Jens Schöne teilnehmen.

Bereits vor dem Mauerbau hatte die SED seit der Blockade 1948 in Berlin ein Grenzregime errichtet. Berlin blieb bis 1961 eine offene Stadt, in der täglich zehntausende Menschen den Eisernen Vorhang in beide Richtungen passierten. Zur Festigung ihrer Diktatur postierte die SED aber an den Berliner Grenzen Polizisten, die Order hatten, die Souveränität der DDR um jeden Preis durchzusetzen. Sie machten umstandslos von ihrer Schusswaffe Gebrauch. Mindestens 39 Menschen kamen dabei zwischen 1948 und 1961 zu Tode.

Das Buch beschreibt die Entstehung des Grenzregimes in Berlin und stellt mit seinen biografischen Texten zu den Todesopfern dar, in welchem Ausmaß in der Periode zwischen der Teilung der Stadt 1948 und dem Mauerbau 1961 Menschenleben für die Durchsetzung der neuen gesellschaftlichen Ordnung in Ostdeutschland und die Festigung der Macht der SED geopfert wurden. Mit diesem Forschungsergebnis legt die Stiftung Berliner Mauer ein wesentliches Element für eine Bilanz des DDR-Grenzregimes vor. Es wird deutlich, dass es in Berlin bereits vor dem Mauerbau ein von der SED-Führung rigoros gehandhabtes Grenzregime gab. Das Buch ermöglicht Einblicke in die – oft wenig beachtete – Formungsphase der DDR in den 1950er Jahren.

Die vergessen Toten - Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Berlin von der Teilung bis zum Mauerbau (1948-1961)

Termin: Dienstag, 15. November 2016 | 19.00 Uhr
Ort: Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer


Begrüßung und Moderation:

Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor Stiftung Berliner Mauer
Grußwort:

Tim Renner, Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten, Berlin
Einführung:

Dr. Gerhard Sälter, Projektleiter, Stiftung Berliner Mauer
Diskussion mit:

Prof. Dr. Michael Lemke, Historiker, Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam; Dr. Jens Schöne, Stellvertreter des Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Berlin
In Kooperation mit dem Ch. Links Verlag.


Gerhard Sälter, Johanna Dietrich, Fabian Kuhn: Die vergessenen Toten. Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Berlin von der Teilung bis zum Mauerbau (1948-1961)
312 Seiten, 80 s/w Fotos | Ch. Links Verlag | ISBN: 978-3-86153-933-9 | Erscheinungstermin: 12.10.2016


Presseeinladung [PDF, 460,00 KB]

_________________
Pressekontakt:
Hannah Berger | Tel. 030 / 467 9866 62 | E-Mail: presse@stiftung-berliner-mauer.de