Sie sind hier: Startseite | Presse

SONNTAG, 13. AUGUST 2017
GEDENKVERANSTALTUNG ZUR ERINNERUNG AN DEN MAUERBAU IN DER GEDENKSTÄTTE BERLINER MAUER - „WIR DÜRFEN DIE OPFER DER TEILUNG NICHT VERGESSEN“

Berlin, 13. August 2017 – Die zentrale Gedenkveranstaltung in Erinnerung an den Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 hat heute in der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße stattgefunden.

Mehr als 150 Gäste, darunter die Staatsministerin für Kultur und Medien,
Monika Grütters sowie die Vizepräsidentin des Bundestages, Petra Pau, der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland sowie Berlins Kultursenator und Bürgermeister Klaus Lederer, der stellvertretende Ministerpräsident Brandenburgs, Christian Görke und zahlreiche Zeitzeugen sowie VertreterInnen von Opferverbänden nahmen an der Gedenkveranstaltung teil.

Dr. Maria Nooke – Leiterin des Arbeitsbereichs für Biografie- und Zeitzeugenforschung und stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer – betonte bei ihrer Ansprache in der Kapelle der Versöhnung die Bedeutung der Erinnerung an die Opfer der Teilung und sagte:
„Es geht uns nicht in erster Linie um die Anzahl der Todesopfer – die ist wichtig und notwendig zu wissen. Uns geht es vor allem darum, diesen Menschen ein Gesicht zu geben und zu erfahren, woher sie kamen, wie sie aufgewachsen sind und was sie dazu bewog, so eine lebensgefährliche Flucht zu wagen.“

Stellvertretend für alle Todesopfer an der Berliner Mauer wurde bei der Gedenkandacht am 13. August die Biografie des polnischen Staatsbürgers Czeslaw Jan Kukuczka gelesen. An der Andacht wirkten drei MusikerInnen aus Polen sowie SchülerInnen der Marienschule in Hildesheim mit.

Zum Schicksal von Czeslaw Jan Kukuczka: Im März 1974 wurde der polnische Staatsbürger bei seiner Ausreise am Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße im „Tränenpalast“ hinterrücks erschossen. Sein tragischer Fall belegt die internationale Bedeutung der Mauer als Symbol des Kalten Krieges und wurde erst im letzten Jahr bekannt. Mindestens 140 Menschen wurden im Zeitraum von 1961 bis 1989 an der Berliner Mauer getötet oder kamen im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben.

Auch 56 Jahre nach dem Mauerbau kann es keine abschließende Aussage zur Anzahl der Todesopfer an der Berliner Mauer geben. Grund dafür ist, dass trotz umfangreicher Forschungen immer wieder Unterlagen auftauchen, die eine erneute Überprüfung erfordern. Zu zahlreichen Verdachtsfällen konnten noch keine Akten gefunden werden bzw. konnte auf Grundlage der vorhandenen Akten keine Aussage getroffen werden, ob es sich tatsächlich um ein Todesopfer an der Grenze handelte.
Dr. Maria Nooke ist seit 1999 in der Gedenkstätte Berliner Mauer tätig und leitet den Arbeitsbereich Zeitzeugenarbeit und Biografieforschung. Sie vertritt seit 2009 den Direktor der Stiftung Berliner Mauer. Ab Oktober 2017 wird sie Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in Brandenburg in der Nachfolge von Ulrike Poppe. Die Biografien der 140 Todesopfer an der Berliner Mauer sind unter www.berliner-mauer-gedenkstaette.de sowie www.chronik-der-mauer.de abrufbar.

Pressemitteilung [PDF, 770,00 KB]

_____________________
Kontakt: Pressestelle | Stiftung Berliner Mauer | Bernauer Straße 111
13355 Berlin | Tel. 030 / 467 9866 62 | E-Mail