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DONNERSTAG, 9. NOVEMBER 2017
28. JAHRESTAG DES MAUERFALLS - ZENTRALE GEDENKVERANSTALTUNG IN DER GEDENKSTÄTTE BERLINER MAUER

28 Jahre stand die Berliner Mauer. Sie wurde zum Symbol der Teilung Berlins, Deutschlands, Europas und der Welt. Im Gedenken an die Friedliche Revolution und den Mauerfall im Herbst 1989 fand heute die zentrale Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Berliner Mauer statt. Über 100 geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft, zahlreiche ZeitzeugInnen sowie 160 SchülerInnen aus Deutschland, Frankreich und Norwegen beteiligten sich an der Veranstaltung. Zu Beginn steckten die Gäste, darunter der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, die Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld, und der Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer, bunte Rosen in die Hinterlandmauer an der Bernauer Straße.

Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer, betonte: „Der Wert von Freiheit und Demokratie hat nichts an Aktualität verloren, sondern ist gerade heute in Zeiten des weit verbreiteten Populismus allgegenwärtig. Auch all diejenigen, die mit Mauern politische Herausforderungen bewältigen wollen und doch nur Zeit erkaufen, sind ganz herzlich in die Bernauer Straße eingeladen. Das vermitteln wir in unserer täglichen Arbeit, denn die Gedenkstätte Berliner Mauer ist auch – und heute mehr denn je - ein Lernort für Weltoffenheit und Toleranz sowie gegen jede Form der Ausgrenzung.“
In Statements erläuterten SchülerInnen, welche Bedeutung der Mauerfall für sie hat: „Der heutige Tag zeigt, dass Mauern fallen können, deshalb sollten wir es nicht anstreben neue Mauern zu errichten, seien es reale oder imaginäre.“ (SchülerInnen des Europäischen Gymnasium Bertha-von-Suttner, Berlin)
„The freedom that we have today must not be taken for granted. We must learn from our mistakes. We have to build bridges, not walls.“ (Schülerin, Farsund Schule, Norwegen)
„Man muss zuerst die Vergangenheit verstehen, um die Zukunft besser begreifen zu können.“ (SchülerInnen aus dem Lycée Marcell Rudloff, Strasbourg)
Die Bürgerrechtlerin Freya Klier, die 1968 bei einem Fluchtversuch verraten und in der DDR interniert wurde, beschrieb ihre Gefühle am Tag des Mauerfalls: „Und wann spürten wir selbst, dass dies eine historische Stunde ist? Beim Versprecher eines Politbüro-Mitglieds? Bei den ersten ‚Wahnsinn!‘-Rufen auf der Bornholmer Brücke, bei stammelnden Politikern, dem plötzlichen Verkehrschaos? Spätabends erreichte mich ein Anruf aus Kanada: Unsere Freunde weinten am Telefon, denn sie sahen im kanadischen Fernsehen Trabi-Paraden und Freudentänze auf dem nächtlichen Ku’damm. Ich weinte mit … und nicht zum ersten Mal an diesem Abend.“












In der anschließenden Andacht in der Kapelle der Versöhnung sprach Dr. Jonila Godole aus Tirana (Albanien) über die Aufarbeitung der Diktatur in ihrem Land. Abschließend entzündeten alle Teilnehmenden Kerzen in Erinnerung an die Friedliche Revolution im Herbst 1989.

Pressemitteilung [PDF, 230,00 KB]