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MONTAG, 19. DEZEMBER 2011
SYMBOLFIGUR, WEGBEREITER DES MAUERFALLS UND MORALISCHE STIMME – ZUM TOD VON VACLAV HAVEL

„Menschenrechte sind allgemein und universal“ – dieser Überzeugung war Vaclav Havel nicht nur als Dichter und Dramaturg, auch als Bürgerrechtler und Staatspräsident stand er dafür ein. Der Verfechter des gewaltfreien Widerstandes gegen den Kommunismus war er insgesamt fünf Jahre in verschiedene Gefängnisse gesperrt worden, 1989 riefen die Massen ihn auf dem Wenzelsplatz in die Prager Burg, dem Sitz des Staatsoberhauptes der damaligen Tschechoslowakei. Das Volk machte den Bürgerrechtler und Anführer der samtenen Revolution gegen den Kommunismus zu ihrem Anführer, am 29. Dezember 1989 wurde er einstimmig und ohne Gegenkandidaten zum Präsidenten gewählt. Vier Tage nach seinem Amtsantritt stattete Vaclav Havel den beiden deutschen Staaten seinen ersten Staatsbesuch ab.
In Ost-Berlin traf er mit Vertretern des Runden Tisches zusammen und schlug nun mit eigenen Händen Löcher in die Mauer, die er über Jahrzehnte hinweg bereits indirekt mit seinen von Gewaltfreiheit und Menschenrechten getragenen Überzeugungen gegeißelt hatte.
Seine Empfehlung für aussichtslose Momente in den Verhandlungen: eine Therapie aus Lachen, Weinen und einer Minute Pause. „Vaclav Havel hat sein Land in die Freiheit geführt und wies mit seinem Besuch den Beziehungen zu den beiden deutschen Staaten eine wichtige Rolle zu. Sein ununterbrochenes Engagement für Freiheit und Menschenrechte kann mit Blick auf den Fall der Mauer und den Zusammenbruch des Kommunismus nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mit der Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages 1992 wurde der große Europäer zum Wegbereiter der deutsch-tschechischen Versöhnung“, würdigte Dr. Axel Klausmeier,
Direktor der Stiftung Berliner Mauer, den gestern verstorbenen Staatsmann.

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