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PROJEKTE

Grenz-Erfahrungen

Im Mittelpunkt dieses Projektes standen die Erfahrungen ehemaliger Soldaten und Offiziere der DDR-Grenztruppen. Ziel war es, den Alltag an der Grenze aus deren Sicht zu dokumentieren. Befragt wurden Angehörige der Grenztruppen, die zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer bzw. der innerdeutschen Grenze stationiert und bereit waren, im Rahmen eines Audio-Interviews über ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu sprechen. Es handelte sich um das erste Dokumentationsprojekt, welches sich nicht in erster Linie auf Akten stützte, sondern die Beteiligten selbst zu Wort kommen ließ.

Die Interviews wurden in das Zeitzeugenarchiv der Stiftung Berliner Mauer aufgenommen und können dort nach vorheriger Anmeldung eingesehen werden. Die Nutzung der Interviews wird durch eine Datenschutzvereinbarung geregelt. Den datenschutzrechtlichen Bestimmungen entsprechend sind die Interviews anonymisiert. Jede nicht anonymisierte Verwendung bedarf der gesonderten schriftlichen Zustimmung der Befragten. Die vertraglichen Vereinbarungen mit den Interviewpartnern sind für die Stiftung Berliner Mauer bindend.

Bearbeitung: Farina Münch

Projektleitung: Dr. Maria Nooke

Gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Nachlass Bodo Köhler

Bodo Köhler war gemeinsam mit Detlef Girrmann und Dieter Thieme der Kopf einer studentischen Fluchthilfegruppe. Ab August 1961 verhalfen sie und ihre Mitstreiter Studenten, die im Osten lebten und an West-Berliner Universitäten studierten, sowie deren Angehörigen und Freunden zur Flucht in den Westen. Sie nutzten dabei unterschiedliche Wege: die Kanalisation, Transitwege und Fähren nach Skandinavien sowie umgebaute Fahrzeuge, aber auch die offiziellen Grenzübergänge. Dazu wurden unterschiedliche Hilfsmittel gebraucht: Pässe von Menschen aus dem Westen oder dem westlichen Ausland, auf Ähnlichkeit hin ausgesuchte Ausweise, oder gefälschte Pässe.

Bearbeitung des Nachlasses: Lydia Dollmann und Dr. Maria Nooke

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Erweiterung des Pools der für Nutzer zugänglichen Interviews

In der Gedenkstätte geführte Interviews werden transkribiert und die Textfassungen nach der Bearbeitung von den Zeitzeugen autorisiert. Externe Nutzer haben nach Anfrage die Möglichkeit, diese autorisierten Interviews im Zeitzeugenarchiv einzusehen. Die so bereitgestellten Interviews dienen dem Einsatz in der Bildungsarbeit, für Mediennutzung und Forschungsanfragen.

Im Haushaltsjahr 2010 wurde das Projekt durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.

Bearbeiter: Laura Hottenrott und Alexander Dowe

Die weitere Bearbeitung neu geführter Interviews erfolgt aus institutionellen Mitteln durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zeitzeugenabteilung.

Interviews mit Ausreiseantragstellern

Die Interviews werden als lebensgeschichtlich-narrative Interviews geführt. Dabei interessieren vor allem die Bereiche, die das Alltagsleben in der DDR, die Sozialisation der Interviewpartner, die Antragstellung, die Ausreise und das Leben der Zeitzeugen nach der Ausreise betreffen. Ebenso werden historische Schlüsselereignisse wie der Volksaufstand vom 17. Juni 1953, der Prager Frühling 1968, die Biermann-Ausbürgerung im November 1976, der Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO vom 10. Dezember 1948, die KSZE-Schlussakte von Helsinki von 1975, die Grenzschließung in Berlin, das Thema Flucht, der Mauerfall und die Wiedervereinigung im Nachfrageteil berücksichtigt.
Erste Ergebnisse des Projektes sind unter Zeitzeugengeschichten auf der Internetseite abrufbar. Die Interviews sind inhaltlich ausgewertet worden und werden gegenwärtig für das Zeitzeugenarchiv aufbereitet und den Interessenten zur Verfügung gestellt.

Bearbeiterin: Lydia Dollmann