DI, 27.02.2018 - 19:00 UHR
Vortragsreihe (IV): 100 Jahre Tscheka - 100 Jahre (Post-)kommunistische Geheimdienste

Am 20. Dezember 1917 gründeten die Bolschewiki die Tscheka, die „Außerordentliche Kommission zur Bekämpfung von Sabotage und Konterrevolution“, als erste sowjetische Geheimpolizei. Sie und ihre Nachfolgerinnen bildeten das Modell für alle inneren Sicherheitsapparate des kommunistischen Machtbereichs. Millionenfacher Mord, die radikale Verfolgung aller „Feinde“ der Sowjetmacht und die Massenüberwachung der eigenen Bevölkerung gingen auf ihr Konto. Als repressiver Arm der Kommunistischen Partei prägte die Geheimpolizei die Herrschaftspraxis in Stalinismus und Poststalinismus. Als der Kommunismus als ideologische Ordnung 1989/91 verschwand, entwickelte sich das Erbe dieser Apparate zu einer schweren Hypothek für den Aufbruch zu Freiheit und Demokratie.

Die Vortragsreihe widmet sich dem Wandel und der Stabilität des Selbstverständnisses der kommunistischen Geheimpolizeien, dem öffentlichen Blick auf die „Tschekisten“ aller Länder und ihrer Rolle als Machtfaktor – im „Zeitalter des Kommunismus“ und bis in die Gegenwart.

Diesmal:

Dienstag, 27. Februar 2018 | 19 Uhr
Vom KGB zum FSB. Der Geheimdienst in Russland bis heute
Dr. Evgenia Lezina (Levada-Zentrum Moskau)
Vortrag und Podiumsgespräch (mit russisch-deutscher Übersetzung) mit Dr. Manfred Sapper (DGO/Zeitschrift „Osteuropa“)

Weitere Termine:

Dienstag, 9. Januar 2018 | 19 Uhr
"Special Zones" of Memory: Reflections on the Centenary of the Soviet Secret Police
Dr. Julie Fedor (Universität Melbourne)
Vortrag und Podiumsgespräch (in engl. Sprache) mit Dr. Gabriele Freitag (DGO)

Dienstag, 23. Januar 2018 | 19 Uhr
Exportartikel Geheimpolizei. Der Aufbau der Geheimpolizeien in Ostmitteleuropa und der DDR
Dr. Andreas Hilger (Deutsches Historisches Institut Moskau)
Vortrag und Podiumsgespräch mit Dr. Jens Gieseke (ZZF)

Dienstag, 13. Februar 2018 | 19 Uhr
Die Internationale der Tschekisten. Eine Kulturgeschichte der Geheimpolizeien im Ostblock
Prof. Dr. Emmanuel Droit (Universität Straßburg)
Vortrag und Podiumsgespräch mit Dr. Jan C. Behrends (ZZF)


Für die Veranstaltungen ist keine Anmeldung erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Einladung [PDF, 2,1 MB]

Eine Kooperation der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e. V.,
des Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Land Berlin,
der Stiftung Berliner Mauer und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam