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FREITAG, 9. NOVEMBER 2012
„WIR MÜSSEN MUT UND ZUVERSICHT STÄRKEN“

Erinnerung an den Fall der Mauer vor 23 Jahren in der Gedenkstätte Berliner Mauer

Berlin, 9. November 2012 – „Ein freies und gerechtes, ein friedliches und wahrhaftiges Zusammenleben der Menschheit ist möglich“ sagte Pfarrer Manfred Fischer anlässlich des Jahrestages des Mauerfalls vor 23 Jahren. Er sprach sich dafür aus, „Mut und Zuversicht zu stärken“, um dieses Ziel zu erreichen. Gleichzeitig erinnerte er an die „tiefen Schatten“, die über den 9. November 1989 liegen: den 9. November 1938 und den 4. Juni 1989 in Peking als dort der Freiheitswille „im Blut ertränkt“ wurde.

An der zentralen Gedenkveranstaltung in Erinnerung an den Fall der Mauer und die friedliche Revolution im Herbst 1989 in der Gedenkstätte Berliner Mauer nahmen mehr als 250 Menschen teil. Nach einem symbolischen Posaunenruf an der Hinterlandmauer und Ansprachen von Dr. Erhart Neubert (Bürgerbüro e.V.) und Klaus Gronau (Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft) fand in der Kapelle der Versöhnung eine Andacht mit Pfarrer Manfred Fischer statt. Anschließend entzündeten die anwesenden Vertreter aus Politik und Gesellschaft – darunter der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit, der Präsident des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, – sowie zahlreiche Vertreter von Bund und Land, von Opferverbänden, Botschaften, Parteien und Kirchen und rund 150 SchülerInnen, Schüler und Studenten am Denkmal der Gedenkstätte Kerzen an.

Im Rahmen der Andacht sprach auch Dr. Horst M. Teltschik, der 1989 als damaliger Vize-Kanzleramtschef maßgeblich an den politischen Verhandlungen zur deutschen Wiedervereinigung beteiligt war. Er betonte die Bedeutung einer europäischen Friedensordnung und sprach sich für eine Einbindung Russlands aus, um die Chancen und Perspektiven von 1989 zu nutzen: „Wir müssen die Charta für ein neues Europa weiterverfolgen“, sagte er. Bei der Andacht wurde das Stück „9. November 1989“ des Essener Gitarrenduos uraufgeführt. Die Poetry-Slammerin Paula Gelbke, alias Peh – nach 1989 im Osten Deutschland aufgewachsen – präsentierte „ Ein Märchen der modernen Welt Oder: Ein Lamento für unsere Zeit“

Der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit sagte am Rande der Veranstaltung: „Wir müssen unsere Demokratie jeden Tag von neuem verteidigen gegen Feinde von Freiheit und Toleranz, um sie für uns und für nachfolgende Generationen zu bewahren.“

Erstmals fand an diesem historischen Tag eine „Schüler-Mauerweg-Tour“ entlang des Berliner Mauerwegs statt, die vom Verein LG Mauerweg (Langstreckenlaufgemeinschaft Berlin-Potsdam) in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft organisiert wurde. Der Staffellauf endete an der Gedenkstätte Berliner Mauer. Die Siegerehrung mit dem ehemaligen DDR- Bürgerrechtler Rainer Eppelmann sowie Michael Cramer, Mitglied des Europäischen Parlaments, fand nach der Gedenkveranstaltung im Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer statt.


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Pressekontakt:
Hannah Berger
Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 111, 13355 Berlin
Tel. 030 / 467 9866 61 | E-Mail schreiben