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MONTAG, 25. FEBRUAR 2013
„ERINNERUNGSARBEITEN“ - KOLLOQUIUM ZU EHREN VON PFARRER MANFRED FISCHER IN DER GEDENKSTÄTTE BERLINER MAUER

Berlin, 25. Februar 2013 – Anlässlich des 65. Geburtstags von Pfarrer Manfred Fischer lud die Stiftung Berliner Mauer am 23. Februar zum Kolloquium „Erinnerungsarbeiten.“ Neben dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, gratulierte als offizielle Vertreterin des Bundes, Ministerialdirektorin Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel. Für die europäische Ebene sprach der Europaabgeordnete der Grünen, Michael Cramer.

Klaus Wowereit dankte Manfred Fischer für sein großes und beharrliches Engagement im Kampf für Demokratie und Freiheit, das zeige „dass Geschichte lebendig erhalten werden muss“. Als besonderen Verdienst hob er dabei die stetige Einbeziehung von jungen Menschen in die Erinnerungsarbeit und die internationale Strahlkraft seines Wirkens hervor. Er bezeichnete den Jubilar als „hochengagierten Mann“: „Manfred Fischer hat Maßstäbe gesetzt. Ihn zeichnet
aus, dass er dabei nicht verbohrt und missionarisch eifernd, sondern sympathisch und fröhlich mit dem entsprechenden Charme vorgeht.“

„Er hat die Entstehung der Gedenkstätte Berliner Mauer am historischen Ort in der Bernauer Straße mit möglich gemacht“, unterstrich Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel und dankte Pfarrer Manfred Fischer für „Tatkraft, Gemeinsinn und Beharrlichkeit“ und dafür, dass er „Namen, Kraft und Stimme für das Gedenken“ an diesem Ort eingebracht habe.

Zu den Vortragenden gehörten so renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Prof. Dr. Andreas Nachama, Prof. Dr. Stefanie Endlich, Prof. Dr. Gabi Dolff-Bonekämper, Dr. Petra Bahr sowie Prof. Dr. Richard Schröder und Prof. Dr. Etienne François. Sie beleuchteten unterschiedliche Aspekte des Erinnerungs- und Gedenkauftrags, der tief in der jüdisch-christlichen Tradition verankert ist.

Manfred Fischer ist seit mehr als 36 Jahren Pfarrer der Versöhnungsgemeinde in der Bernauer Straße. Die Gemeinde wurde durch den Mauerbau von ihrer Kirche getrennt. Die Versöhnungskirche stand über Nacht im Grenzstreifen, während der Großteil der Gemeinde zum West-Berliner Bezirk Wedding gehörte. Im Januar 1985 wurde die Kirche durch DDRGrenztruppen gesprengt. Nicht nur für seine Gemeinde, sondern auch für die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße ist Pfarrer Fischers Wirken von zentraler Bedeutung: Er war es, der sich als unermüdlicher Mahner und Initiator von Veranstaltungen seit den frühen
1990er Jahren für den Erhalt der Mauerreste an der Bernauer Straße eingesetzt hat. Pfarrer Manfred Fischer hat viele Jahre zunächst als stellvertretender und später als Vorsitzender des Vereins Berliner Mauer agiert. Er ist seit Anbeginn der spiritus rector der Gedenkstätte Berliner Mauer und einer der Protagonisten, die das vom Senat im Juni 2006 verabschiedete Konzept für die Gedenkstätte entscheidend mitgeprägt haben. Für sein Engagement wurde er 2007 mit
dem Berliner Landesorden ausgezeichnet. Am 28. April wird Pfarrer Manfred Fischer kirchlich entpflichtet.

1948 in Frankfurt am Main geboren, kam Manfred Fischer nach dem Studium in Frankfurt und an der Kirchlichen Hochschule Berlin im Dezember 1975 zur Versöhnungsgemeinde. Seit 1977 ist er Pfarrer der Gemeinde, In der im Jahr 2000 eingeweihten Kapelle der Versöhnung, die auf den Fundamenten der gesprengten Kirche errichtet wurde, finden regelmäßig Andachten im
Gedenken an die Todesopfer an der Berliner Mauer statt.

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