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FREITAG, 23. JANUAR 2015
30. JAHRESTAG DER SPRENGUNG DER VERSÖHNUNGSKIRCHE

Die Kirche im Todesstreifen wurde am 28. Januar 1985 auf Befehl der DDR-Regierung zerstört

Berlin, 23. Januar 2015 – Mit einem Gottesdienst in der Kapelle der Versöhnung wird am Sonn-tag, 25. Januar 2015, um 10 Uhr an die Sprengung der evangelischen Versöhnungskirche in der Bernauer Straße am 28. Januar 1985 erinnert. Die Versöhnungskirche war seit dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 unzugänglich, da sie im Todesstreifen entlang der Bernauer Straße lag. Vielen galt sie als mahnendes Symbol der Teilung Berlins, Deutschlands und Euro-pas. Der weit sichtbare, in den Himmel ragende Kirchturm wurde von Teilen der West-Berliner Presse auch als mahnender Fingerzeig Gottes bezeichnet. Im Zuge des stetigen Grenzausbaus war die Kirche im Januar 1985 auf Befehl der DDR-Regierung gesprengt worden, zunächst das Kirchschiff am 22. Januar, gefolgt vom Kirchturm am 28. Januar 1985.

Die Versöhnungskirche wurde vor allem aus zwei Gründen gesprengt, wie Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer, darlegt: „Es gab den militärisch-strategischen Aspekt. Im Grenzstreifen sollte ein freies Sicht- und Schussfeld entstehen, die Kirche stand dem im Weg. Zudem sollte mit der Kirche ein Mahnmal aus dem Gedächtnis getilgt werden. Die Versöhnungskirche war wie ein Fingerzeig zu einer anderen Zeit, eine bauliche Erinnerung an die Zeit vor dem Mauerbau, in der Berlin ungeteilt war. Die Sprengung sollte diese Erinnerung auslöschen. Doch sie hat genau das Gegenteil erreicht. Als der Kirchturm fiel, war das nicht das Ende, sondern der Anfang einer lebendigen Erinnerungsarbeit, die wesentlich von der Versöhnungsgemeinde geprägt wurde.“

Nach der Wiedervereinigung erhielt die Versöhnungsgemeinde ihr Kirchengrundstück zurück. Auf den Fundamenten der gesprengten Versöhnungskirche wurde die Kapelle der Versöhnung errichtet: ein moderner Stampflehmbau, in dem der gerettete Altar und die Glocken wieder ih-ren Platz fanden. Die Kapelle wurde im Jahr 2000 eingeweiht. Sie ist die Gottesdienststätte der Evangelischen Versöhnungsgemeinde und zugleich Teil der Gedenkstätte Berliner Mauer. „In-nerhalb der Gedenkstätte bietet die Kapelle die Möglichkeit, in Ruhe der Opfer der Teilung zu gedenken“, so Prof. Dr. Axel Klausmeier.

Am Gottesdienst am 25.1.15 in der Kapelle beteiligen sich neben Thomas Jeutner, Pfarrer der Versöhnungsgemeinde, auch die Pfarrerinnen Nana Dorn, Kirchengemeinde Hohenschönhausen Nord, und Claudia Pfeiffer, Evangelische Kirche Biesdorf.
Im Anschluss an den Gottesdienst laden die Gedenkstätte Berliner Mauer und die Versöh-nungsgemeinde zu einem öffentlichen Zeitzeugen-Gespräch in den Gemeinderaum in der Ber-nauer Straße 111 ein. Zu den Gästen gehören Jörg Hildebrandt, Hörfunkjournalist und Mitbeg-ründer des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB), der auf dem Versöhnungskirchen-Gelände an der Bernauer Straße aufgewachsen ist, sowie der ehemalige Berliner Generalsuper-intendent Martin-Michael Passauer.


Kapelle der Versöhnung
Gottesdienste / Öffnungszeiten:
Gottesdienst am Sonntag: 10 Uhr | Offen zur Besichtigung: Di. – So. 10 – 17 Uhr.
Maueropferandacht ab 3. März 2015: Di. – Fr. 12 Uhr
Bernauer Str. 4 (Einmündung Hussitenstr.)| 10115 Berlin
Evangelische Versöhnungsgemeinde | Bernauer Str. 111| 13355 Berlin | Tel. 030/463 6034, FAX 030/464 4755
www.versoehnung-berlin.org |
Verbindungen: S-Bahn S1, S2, Nordbahnhof | U-Bahn U8, Bernauer Straße | Tram M10, Ge-denkstätte Berliner Mauer

Weitere Infos:
http://www.berliner-mauer-gedenkstaette.de/de/kapelle-216.html

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