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DIENSTAG, 2. JUNI 2015
25. JAHRESTAG: BEGINN DES MAUERABRISSES AM 13. JUNI

Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer, blickt zurück:

„An der Ackerstraße wurde begonnen, die Mauer zu errichten, an der Oderberger Straße wurde sie zum ersten Mal wieder geöffnet und auch der offizielle Beginn des Abrisses der Berliner Mauer war wiederum im Verlauf der Bernauer Straße, der Geschichtsmeile zur Teilung Berlins durch einen befestigten Todesstreifen mitten durch die Stadt. Am 13. Juni 2015 jährt sich der Mauerabriss zum 25. Mal. Herbeigesehnt von allen, die unter der 28jährigen Trennung und Teilung gelitten haben. Der damalige Bausenator Wolfgang Nagel ließ es sich nicht nehmen, eigenhändig den Abrissbagger zu steuern und unter dem Beifall des Publikums mit der Demontage des unsäglichen Bauwerks zu beginnen. Nur wenige gab es damals, die wie Willy Brandt grundsätzlich und Pfarrer Manfred Fischer und Dr. Helmut Trotnow (damals im Deutschen Historischen Museum-Aufbaustab) gerade den geschichtsträchtigen Mauerabschnitt an der Bernauer Straße als Erinnerungslandschaft für die Nachwelt erhalten wollten, wie es eine Arbeitsgruppe des Runden Tisches empfohlen hatte. Medien und Öffentlichkeit waren sich einig: Der immer wieder wiederholte Satz von Willy Brandt: „Die Mauer muss weg!“ war realisierbar geworden. Nun sollte und wollte die Stadt schnellstmöglich wieder zusammenwachsen und die Wunden der Teilung verheilen. Auch gab es die Befürchtung, dass vor der endgültigen Beseitigung die Mauer die Teilung nicht überwunden ist.
Mit dem bald folgenden, immer lauter werdenden Ruf „Wo war denn eigentlich die Mauer?“ wurde der Bedarf nach einer anschaulichen Erinnerungsstätte von den Berlinerinnen und Berlinern wie von den Gästen der Stadt artikuliert und vom Berliner Senat und der Bundesregierung aufgenommen. Zunächst wurde 1998 das Denkmal von Kollhoff und Kollhoff fertiggestellt, 1999 das Dokumentationszentrum Berliner Mauer im Gemeindehaus der Versöhnungsgemeinde eingeweiht, 2000 die Kapelle der Versöhnung, 2003 der Aussichtsturm errichtet und das Dokumentationszentrum erweitert. Am 20. Juni 2006 wurde dann im Dokumentationszentrum der Senatsbeschluss zum Gesamtkonzept Berliner Mauer gefasst, der u.a. den Ausbau des Dokumentationszentrums und der Erwerb und der Ausbau des Mauerstreifens zu einer Ausstellung im ehemaligen Grenzstreifen zwischen Gartenstraße und Schwedter Straße vorsah.

Bis zur Fertigstellung des Gesamtprojekts zum 9. November 2014 stieg die Besucherzahl von einigen Zehntausend auf über eine Million im Jahr 2014 und folgte damit dem immer weiter qualifizierten Informationsangebot der mit der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zur Stiftung Berliner Mauer vereinigten Gedenkstätte Berliner Mauer. So muss der Beginn des Mauerabrisses gewissermaßen als die ‚Geburtsstunde‘ der Gedenkstätte Berliner Mauer gelten, die als Ergebnis eines großen bürgerschaftlichen Engagements des ehemaligen Trägervereins und nach vielen z.T. sehr kontroversen Diskussionen entstanden und zu einer der meistbesuchten deutschen Museen und Gedenkstätten geworden ist.“

Zum Jahrestag des Beginns des Mauerabrisses hat die Pressestelle der Stiftung Berliner Mauer unter folgendem Link kostenfreie Bilder (Mauerabriss: © Just/Archiv Versöhnungsgemeinde / Maueröffnung: © Christine Bartels) sowie Filmmaterial (© Klaus-Peter Elle, Verwendung nur mit Rücksprache des Urhebers) bereitgestellt: https://www.dropbox.com/sh/vwe3blm15c3qdvs/AACKPbuIrPNpYurpUo8PkXVea?dl=0 Gerne vermitteln wir Ihnen auch Zeitzeugen des Mauerabriss für die aktuelle Berichterstattung.

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Kontakt: Rainer E. Klemke / Helen Buhler
Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 111 | 13355 Berlin
Tel. 030 / 467 9866 61 | E-Mail: presse@stiftung-berliner-mauer.de

PM_Mauerabriss_13.Juni 1990 [PDF, 260,00 KB]