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DONNERSTAG, 30. JULI 2015
PRESSEMITTEILUNG: 10 JAHRE ROGGENERNTE IM EHEMALIGEN TODESSTREIFEN

10 Jahre Roggenernte im ehemaligen Todesstreifen

Jubiläumsernte inmitten von Berlin. Am heutigen Donnerstag wurde das
Roggenfeld auf dem Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Kapelle der Versöhnung abgeerntet. Der 4000 qm² große Getreideacker ist seit nunmehr zehn Jahren ein wichtiges Element der Gedenkstätte: Er lässt im ehemaligen Todesstreifen wieder Leben erblühen.

Stiftungsdirektor Prof. Dr. Axel Klausmeier sagt zu diesem besonderen Aspekt der
Gedenkstätte: „Ein Roggenfeld auf dem Todesstreifen ist ein symbolkräftiges Zeichen für das Leben und damit für die Überwindung von Angst und Gewalt an diesem historischen Ort.“

Angebaut, gepflegt und gesät wird das Getreide von der Versöhnungsgemeinde, die das Korn für die Herstellung von Brot und Oblaten verwendet. Roggenanbau und -ernte werden von dem Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Lebens-wissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität unterstützt.

Im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft achtet die Stiftung Berliner Mauer auf eine zweckmäßige Verwendung des anfallenden Strohs. Dieses geht in diesem Jahr an den Pferdehof Kosa in Französisch-Buchholz und den Charlottenburger Ziegenhof.

2005 hat der Künstler Michael Spengler das „Kunstprojekt Roggenfeld“ zunächst im Rahmen eines temporären Ausstellungskonzeptes entworfen. Das sich verstetigende Feldprojekt konnte 2011 in die Gestaltung der Außenausstellung der Gedenkstätte Berliner Mauer einbezogen werden. Das Gemeinschaftsprojekt von Spengler und der Versöhnungsgemeinde gilt seitdem als „eine Metapher für die Kultivierung des Geländes des Todesstreifens und seiner Aneignung durch die Versöhnungsgemeinde seit 1989“, wie es in einer 2015 abgeschlossenen Vereinbarung zwischen Kirchengemeinde und Stiftung Berliner Mauer heißt.


PM 10 Jahre Roggenernte