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MONTAG, 10. AUGUST 2015
VORGESCHICHTE DER BERLINER MAUER NEU BELEUCHTET: ULBRICHT WOLLTE SCHON 1952 DIE SEKTORENGRENZE SCHLIEßEN

Berlin, 10. August 2015 – Der Aufsatz „Der lange Weg zur Berliner Mauer 1952/53 – 1958/59 – 1961“ stellt die Vorgeschichte der Berliner Mauer in ein neues Licht, da darin mit zwei bisher unbekannten Dokumenten nachgewiesen wird, dass Walter Ulbricht sich bereits am 28. Februar 1952 in einem Schreiben an die sowjetische Besatzungsmacht wandte, um die Sektorengrenze zwischen West- und Ost-Berlin schließen zu lassen. Anfang Dezember erklärten Ulbricht, Armeegeneral Čujkov und dessen Politischer Berater Semënov in einer Aufzeichnung für das Außenministerium in Moskau, das „Schlupfloch“ Berlin, die offene Sektorengrenze, müsse geschlossen werden. Das Ersuchen blieb lange ohne Antwort und erst zwei Wochen nach Stalins Tod verfasste der Ministerrat der UdSSR einen ablehnenden Beschluss. So begann der lange Weg zur Berliner Mauer, den Prof. Dr. Manfred Wilke und Dr. Gerhard Wettig in ihrem Aufsatz zur Vorgeschichte der Berliner Mauer präzise nachverfolgen. Auf der Internetseite der Gedenkstätte Berliner Mauer ist dieser Aufsatz heute online gegangen.

Genau vor 54 Jahren, am 10. August 1961 war es der sowjetische Marschall Iwan S. Konew, der das Oberkommando der sowjetischen Streitkräfte in der DDR übernahm und den zuständigen DDR-Ministern die Grenzschließung für den 13. August befehligte. Pünktlich um 00.00 Uhr wurde die Aktion ausgelöst und bis zum Morgen gelang es, die Sektorengrenze in und um West-Berlin mit Stacheldraht abzusperren.

Die Stiftung nimmt den Jahrestag dieser Ereignisse zum Anlass, sich noch einmal intensiv mit der Vorgeschichte der Berliner Mauer auseinanderzusetzen. Auf ihrer Internetseite macht die Gedenkstätte mit dem Aufsatz von Wilke und Wettig die neuen Forschungsergebnisse einer breiten, interessierten Öffentlichkeit zugänglich.

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