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SONNTAG, 20. SEPTEMBER 2015
PRESSEEINLADUNG: FESTGOTTESDIENST ZUM 50JÄHRIGEN BESTEHEN DES GEMEINDEHAUSES DER VERSÖHNUNGSGEMEINDE

Am Sonntag, den 20. September 2015, wird das Gemeindehaus der Weddinger Evangelischen Versöhnungsgemeinde an der Bernauer Straße 111 fünfzig Jahre alt. In dem heute von der Stiftung Berliner Mauer genutzten Bau wird um 10 Uhr zum Festgottesdienst geladen. Dieser findet am historischen Ort des früheren Kirchensaales statt, in dem sich heute die Ausstellung zur Teilungsgeschichte Berlins befindet. Im Anschluss wird René Hartmann von der TU Berlin mit einem Vortrag die Baugeschichte des Hauses in die kirchliche Architekturlandschaft Berlins einordnen.

Zudem wird vom Alltag in dem Gemeindehaus berichtet, von denjenigen, die das Gebäude in fünf Jahrzehnten vom Keller bis unter das Dach mit Leben füllten. Jugendliche, die ein- und ausgingen. Menschen, die Rat und Begleitung suchten und fanden. Gruppen wie Kreise, die nachdachten, Aktionen planten und mit Stadtteilgremien und Institutionen zusammen arbeiteten.

Pfarrer Manfred Fischer, der zu Weihnachten 1975 hier seinen Dienst begann, hat die Gemeinde 38 Jahre lang begleitet. Bei diesem Zusammensein wird an ihn und sein Wirken erinnert gemeinsam mit Gemeindemitgliedern, Gästen und Freunden. Am Ende der Veranstaltung steht ein Ausblick – auf die heutigen Herausforderungen in der Gemeinde.

HINTERGRUND:

Nach dem Mauerbau fiel die Entscheidung, den Mitgliedern der Versöhnungsgemeinde ein neues Domizil zu geben: Auf der Westseite der Bernauer Straße. Am 20. September 1965 war feierliche Schlüsselüber-gabe. Eigentlich war das Haus zunächst als „vorübergehend zu nutzender Ersatzbau“ gedacht.






















Die obige Abbildung ist eine seltene Darstellung, die beide kirchlichen Gebäude noch zusammen auf einem Motiv zeigt: Links die 1894 errichtete neogotische Versöhnungskirche, rechts das Gemeindezentrum als „treppenförmiger“ Pionierbau aus den 60er Jahren der Berliner Moderne. Dazwischen - die Mauer, in jenem Sommer `61 hastig errichtet aus Hohlblocksteinen.

Über die Jahrzehnte wandelte sich allerdings die Nutzung des Gemeindehauses: Heute befinden sich in 97 Prozent der ehemaligen kirchlichen Räume die Ausstellungsflächen des Dokumentationszentrums der Stiftung Berliner Mauer und ihre Verwaltung. Im alten Kirchsaal, im 1. Stock mit seinen großen Fenstern, sind u.a. die 80er Jahre nachgezeichnet und mit ihnen die Initiativen der ostdeutschen Oppositionsgruppen, demokratische Reformen einzufordern. Diese Bewegungen, die vielfach unter dem Dach der Kirchen gearbeitet haben, waren einer der Gründe, die zum Untergang der DDR führten. Die Kirchengemeinde nutzt heute – nach vielen Umbauten in den Jahren 1999 / 2002-03 / 2013-2014 – in dem großen Haus nur noch einen Gemeinderaum, Büro und Teeküche.

PROGRAMM:

10 UHR: Festgottesdienst;
Mitwirkende aus der Versöhnungsgemeinde, stellvertretend für fünf Jahrzehnte Gemeindeleben, im Beisein des Architekten Harald Franke.
Predigt: Pfarrer Dr. Christoph Rhein.

11.15 UHR: Vortragsimpulse & Gespräch: Kirche gemeindenah. Die Bernauer Straße 111 als West-Berliner Pionierbau für multifunktionale Gemeinde-Nutzung - Wandel von der Betreuungskirche zur Nachbarschaftskirche in ökumenischer und globaler Verantwortung;
Anmerkungern zur Nutzungsgechichte des Gebäudes.
- Theologieprofessor Dr. Wolfgang Grünberg (Hamburg)
- Architekturhistoriker René Hartmann (TU Berlin)
- Dr. Günter Schlusche (Stiftung Berliner Mauer, Berlin)

Im Anschluss Gespräch, Imbiss & Getränke am Buffet

Einladung