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SONNTAG, 29. NOVEMBER 2009
HERTA MÜLLER IN DER GEDENKSTÄTTE BERLINER MAUER

Rumänien, Anfang 1945. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst.

"Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15º C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen.
In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.

Herta Müller, 1953 im deutschsprachigen Nitzkydorf / Rumänien, geboren, studierte deutsche und rumänische Philologie in Temesvar. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte, für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Ihr erstes Buch "Niederungen" lag danach vier Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 übersiedelte sie nach Deutschland. Sie hatte Gastprofessuren an Universitäten in England, Amerika, der Schweiz und
Deutschland inne und ist seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. 2009 wird sie mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Herta Müller lebt in Berlin.

Sie liest am:
Donnerstag, 29. Oktober 2009
um 19:30 Uhr
in der Kapelle der Versöhnung / Gedenkstätte Berliner Mauer
Bernauer Straße 4, 10115 Berlin