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DIENSTAG, 28. SEPTEMBER 2010
HINTER DER MAUER - SICHERHEITSZONE KLEIN-GLIENICKE

Die Absurdität der deutsch-deutschen Teilung war wohl nirgendwo deutlicher zu spüren als in Klein-Glienicke. Wegen seiner merkwürdigen Form, die komplett in den Westteil Berlins hinein ragte, wurde der Ort auch der "Blinddarm der DDR" genannt. Das kleine Dorf zwischen Potsdam und Berlin war gewissermaßen das Mauerdorf. 500 Einwohner waren umgeben vom sogenannten antifaschistischen Schutzwall - nur über eine kleine Brücke mit Wachturm und kontrollierenden DDR-Grenzern konnte man die 'Sondersicherheitszone' betreten - wenn man einen gültigen Passierschein hatte.
Man lebte hier im Alltag mit der Mauer: Jede Leiter im Ort musste angeschlossen sein - Fluchtgefahr. Kleinlichste Sicherheitsbestimmungen, zerrissene Familien, dramatische Fluchten die einzige Schießerei zwischen West und Ost über die Mauer hinweg, Abriss historischer Schweizerhäuser aus der Preußenzeit, um für die Grenzer freies Sicht und Schussfeld zu schaffen - all das bestimmte das Leben. Das Dorf war ein Brennpunkt im kalten Krieg und doch für viele Berliner und Potsdamer - wegen der extremen Abschottung - ein unbekanntes Gebiet um das sich viele Legenden rankten.
Anlässlich des fünfzigsten Jahrestages des Mauerbaus soll Klein-Glienicke im Zentrum einer großen Ausstellung stehen. Die Schau wird zwischen Juni und Oktober 2011 in der Orangerie des Schlosses Glienicke - direkt neben der Glienicker Brücke gezeigt. "Hinter der Mauer" ist der Titel des engagierten multimedialen Projektes, bei dem vor allem Zeitzeugen und ihre Geschichten im Mittelpunkt stehen sollen.
Träger der Ausstellung ist die Stiftung Berliner Mauer, als ooperationspartner konnte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gewonnen werden. Schirmherren sind die Parlamentspräsidenten von Berlin und Brandenburg Walter Momper und Gunter Fritsch.
Am Montagabend, den 27. September 2010, wurde am Original-Ort in der Orangerie von Glienicke der Freundeskreis der Ausstellung 'Hinter der Mauer' gegründet. Berliner und Potsdamer Interessierte wollen das Vorhaben ideell und finanziell unterstützen. Der Kreis der Unterstützer dieses
wichtigen Projektes zum fünfzigsten Jahrestag des Mauerbaues soll stetig erweitert werden. Darüber hinaus suchen die Macher der Ausstellung nach Menschen, die Fotos und auch Amateurfilm-Material aus Klein-Glienicke aus der Zeit von 1961-89 zur Verfügung stellen können.

Weitere Informationen über Kontakt Jens Arndt

Pressemitteilung [PDF, 10,00 KB]

Hinter der Mauer [PDF, 340,00 KB]