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DIENSTAG, 9. AUGUST 2011
50 JAHRE MAUERBAU – "EINE STADT ERINNERT SICH"

Stiftung Berliner Mauer und Kulturprojekte Berlin erinnern mit zahlreichen Veranstaltungen an Mauer und Teilung

Die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße ist am 13. August 2011 Ort der zentralen Gedenkveranstaltung der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Berlin. In Anwesenheit von Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel, des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und weiteren hochrangigen Vertretern der Bundesrepublik, der Opferverbände sowie Angehörigen und Freunden von Mauertoten, wird der Opfer von Mauer und Teilung gedacht.
Vor 50 Jahren wurde die Teilung Deutschlands durch den Bau der Berliner Mauer endgültig besiegelt. Eine 160 km lange militärisch gesicherte Grenze um West-Berlin spaltete die Stadt, trennte Familien, Freunde und Nachbarn, schnitt ganze Straßenzüge, Wasserläufe und Nahverkehrsverbindungen ab. Provisorische Stacheldrahtsperren wichen in den nächsten Jahren einem tief gestaffelten Sperrsystem aus Mauern, Streckmetallzäunen und Todesstreifen mit Wachtürmen, Panzersperren und weiteren martialischen Sperrelementen, das als “Berliner Mauer“ weltbekannt wurde.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit:
„Der Bau der Berliner Mauer stellte für die Stadt den tiefgreifendsten und nachhaltigsten Einschnitt nach den Zerstörungen und menschlichen Opfern des 2. Weltkrieges dar. Die Mauer zerschnitt die Stadt und die Familien und Freunde. Sie zementierte die Teilung und nahm die Hoffnung auf eine baldige Wiedervereinigung, bis sie durch die Kraft der Bürgerbewegungen in Mittel- und Osteuropa und der DDR schließlich doch noch – und dann für fast alle unerwartet – zum Einsturz gebracht wurde. So wurde aus einer todbringenden Grenze das Symbol, dass eine Überwindung von Diktatur und Unfreiheit möglich ist und für uns alle der Auftrag, immer wieder neu für die Verteidigung der Freiheit und unserer Demokratie zu kämpfen. Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße bewahrt und markiert den besonderen historischen Ort, macht ihn erfahrbar als ein „Ankerplatz für die Imagination“, was diese Grenze für die Menschen bedeutet hat und würdigt die Todesopfer, die diese Grenze gefordert hat.“

Kulturstaatsminister Bernd Neumann:
„Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße leistet einen überaus wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Es sind authentische Orte wie dieser, an denen der Gegensatz von Freiheit und Diktatur – und damit die Keimzelle des Kalten Krieges – sichtbar wurden. Sie sind besonders geeignet, dem Vergessen und Verklären des kommunistischen Unrechts entgegenzuwirken. Deutlich wird hier auch: Frieden und Freiheit sind höchste Güter, die immer wieder neu errungen werden müssen. Und sie warnen: Wer die Vorzüge einer freiheitlichen Gesellschaft nicht zu benennen weiß, wer totalitäre Systeme nicht von freiheitlichen Demokratien unterscheiden kann, wird anfällig für neue Versuchungen. Dagegen anzugehen und sich immer wieder aufs Neue für unsere Demokratie einzusetzen, ist unser Aller bedeutungsvollste Aufgabe – heute und in Zukunft!“

Die Stiftung Berliner Mauer und Kulturprojekte Berlin haben im Vorfeld dieses Gedenktages bereits schon das ganze Jahr mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen an 50 Jahre Mauerbau erinnert.
Das Gedenken am Tag des Mauerbaus beginnt bereits in der Nacht zum 13. August mit der Lesung der Biografien von Mauertoten. In der Kapelle der Versöhnung können von 00:00 Uhr nachts bis 06:00 Uhr morgens die Geschichten der Menschen gehört werden, die an der Berliner Mauer getötet wurden oder ums Leben kamen.
Die Gedenkfeier am 13. August 2011, ab 10 Uhr in der Gedenkstätte Berliner Mauer, ist den Opfern von Mauer und Teilung gewidmet. An sie erinnert auch die neue Außenausstellung in der Bernauer Straße (von der Ecke Ackerstraße bis Höhe Brunnenstraße), deren zweiter Teil an diesem Tag vom Bundespräsidenten eröffnet wird. Die Besucher der Gedenkstätte bekommen künftig Informationen, Zeitzeugenberichte, historische Bild- und Tondokumente zu den Themen Zerstörung der Stadt, das Leid der Menschen und die Zerstörung ihres Alltags, Fluchtgeschichten (Fluchttunnel), die Sprengung der Versöhnungskirche auf dem Mauerstreifen, Ausbau der Grenzanlagen und Überwachung des Grenzgebiets.

Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer: „Die Bernauer Straße steht wie kein anderer Ort für die Geschichte der geteilten Stadt. Die Dichte der dramatischen Ereignisse und die vielen Geschichten von Menschen aus dieser Straße machen die Auswirkungen der Mauer auf Familien, Freunde und Nachbarn deutlich. Gerade junge Besucher, die selbst die Mauer nicht erlebt haben, können hier diesen Teil unserer Geschichte spürbar erleben.“

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In der Kapelle der Versöhnung findet eine ökumenische Andacht statt, anschließend werden am Denkmal Kränze niedergelegt. Der Förderverein Berliner Mauer und die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) rufen gemeinsam zu einer Schweigeminute um 12:00 Uhr auf: „Eine Minute für die Freiheit, im Gedenken der Opfer von Mauer und Kommunistischer Gewaltherrschaft, in Erinnerung an die mutigen und gewaltfreien Bürger, die die SED-Diktatur stürzten“. Mitunterzeichner des Aufrufs sind neben der Stiftung Berliner Mauer die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg – schlesische Oberlausitz, die BVG – Berliner Verkehrsbetriebe, das Bürgerbüro e.V. – Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur, unterstützt von weiteren Einrichtungen und Institutionen.

Pfarrer Manfred Fischer, Vorsitzender des Fördervereins Berliner Mauer: „Die Opfer, ihre Angehörigen und Freunde sind bei unserem Gedenken im Mittelpunkt. Sie stehen für das Leid, dass die Mauer über viele Menschen gebracht hat. Ihre Biografien, die im Mauertotenbuch in der Kapelle der Versöhnung festgehalten sind, zeigen wie Leben zerstört wurden. Daran erinnern wir uns jeden Tag und sind dankbar für den Mauerfall und das Ende des Schreckens 1989.“

Am Nachmittag des 13. August wird ein umfangreiches Programm auf dem gesamten Gelände der Gedenkstätte und entlang der Bernauer Straße angeboten (siehe Programmflyer). Auf einer „Infomeile der Zeitgeschichte“ können sich Besucher über die Arbeit von Opferverbänden, Grenzlandmuseen, Gedenk- und Erinnerungsstätten sowie zahlreicher weiterer Initiativen und Einrichtungen informieren. In einem Zeitzeugencafe befragen Jugendliche Zeitzeugen zu den Auswirkungen des Mauerbaus auf ihr Leben. Vom 11. bis 13. August findet ein Open-Air-Kino auf dem Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer statt, mit dem Titel „Geteilte Stadt – geteilte Welt“.

Die Unmenschlichkeit der Grenzanlagen, die Teilung der Stadt und die Schicksale der Menschen, sind Themen vieler Veranstaltungen aus Anlass des 50. Jahrestages des Mauerbaus. Die Stiftung Berliner Mauer und die gemeinnützige Landesgesellschaft Kulturprojekte GmbH vernetzen zahlreiche Angebote im Umfeld des 13. August.

Moritz van Dülmen, Geschäftsführer Kulturprojekte Berlin: "Der 50. Jahrestag des Mauerbaus ist Ausgangspunkt für zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen. Gemeinsam mit unseren Projektpartnern präsentieren wir eine interessante Vielfalt, die rund um den 13. August zahlreiche Höhepunkte in Berlin bietet“.

Weitere Informationen über die zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen von Kulturprojekte Berlin und den verschiedenen Projektpartnern finden Sie unter:

www.50jahremauerbau.de

Das Programm mit dem zeitlichen Ablauf entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Flyer zur Gedenkveranstaltung am 13. August 2011 in der Gedenkstätte Berliner Mauer. Darin finden Sie auch eine Übersichtskarte und Hinweise auf die verschiedenen Angebote entlang der Bernauer Straße an diesem Tag.

Fotos stehen zum Download bereit, bitte wenden Sie sich bei Interesse an das Pressebüro der Gedenkstätte Berliner Mauer.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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