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MITTWOCH, 9. NOVEMBER 2011
„FREIHEIT OHNE VERANTWORTUNG WIRD WILLKÜR“ GEDENKEN ZUM 9. NOVEMBER 1989 IN DER GEDENKSTÄTTE BERLINER MAUER

Pressemitteilung

„Freiheit ohne Verantwortung wird Willkür“
Gedenken zum 9. November 1989 in der Gedenkstätte Berliner Mauer


Der Fall der Berliner Mauer jährt sich am 9. November 2011 zum 22. Mal. Die Stiftung Berliner Mauer erinnerte an diesem denkwürdigen Tag an die friedliche Revolution im Herbst 1989, aber auch an die Opfer, die die Teilung forderte.
„Die Überwindung der Teilung und der Sturz der SED-Diktatur zeigen, dass der Freiheitswille von Menschen stärker sein kann als Diktaturen und Mauern. Wir haben deshalb Menschen aus Ländern eingeladen, in denen es diese Freiheit noch nicht gibt, sich an der Andacht in der Kapelle der
Versöhnung zu beteiligen“, so der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Dr. Axel Klausmeier.
In der Andacht haben Flüchtlinge und Verfolgte aus afrikanischen Ländern, aus Afghanistan und Iran Texte zur Freiheit und Auszüge aus den Gästebüchern der Kapelle der Versöhnung gelesen. Die Sängerin Rose Louis-Rudek aus dem Sudan sang dazu Lieder zur Freiheit.
Pfarrer Manfred Fischer erinnerte an die vergangenen Gedenkveranstaltungen, 20 Jahre Mauerfall vor zwei Jahren und 50 Jahre Mauerbau in diesem Jahr. Dem 22. Jahrestag des Mauerfalls fehle die
Heraushebung eines runden Jahrestages. Doch der Tag des Mauerfalls bleibe von unverändert großer Bedeutung für unser aller Orientierung. Die Gedanken der Vorjahre seien unvergessen.
„Und ein neues kommt dazu. Der Freude über Offenheit und Veränderung bei uns stellen sich zwei andere Empfindungen zur Seite: neben der Freude steht die Sorge, alles Erreichte könnte untergehen in einer großen Finanzkrise – erwachsen aus der Gier nach dem schnellen Geld. Die Offenheit einer globalisierten Welt nach dem Mauerfall zeigt hier ihre Schattenseite. Und es wird unübersehbar: Freiheit ohne Verantwortung wird Willkür“, mahnte Pfarrer Manfred Fischer.
An der Andacht in der Kapelle der Versöhnung haben neben dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit auch der CDU-Fraktions- und Landesvorsitzende Frank Henkel, der Präsident des Berliner Angeordnetenhauses Ralf Wieland, der Beauftragte für die Stasiunterlagen, Roland Jahn, sowie Vertreter der Verbände für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft teilgenommen.
Am Denkmal der Gedenkstätte Berliner Mauer wurden anschließend Kerzen entzündet.

Pressemitteilung [PDF, 160,00 KB]