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FREITAG, 22. JANUAR 2010
VERSÖHNUNGSKIRCHE VOR 25 JAHREN GESPRENGT, DOCH NICHT VERGESSEN

Die DDR-Führung ordnete 1985 die Sprengung der Versöhnungskirche an. Die Mitglieder der Gemeinde konnten nur ohnmächtig zusehen, wie das Gebäude in sich zusammen stürzte. Seit dem Mauerbau 1961 lag das Gotteshaus unzugänglich auf dem Mauerstreifen, konnte lediglich von den Grenzsoldaten betreten werden. Nach dem Fall der Mauer entstand durch eine Initiative aus der Gemeinde die heutige Gedenkstätte Berliner Mauer. Die Kapelle der Versöhnung wurde an dem Ort der zerstörten Kirche aufgebaut.

Der Pfarrer der Versöhnungsgemeinde, Manfred Fischer:

"Die Sprengung sollte mit der Kirche ein Mahnmal aus dem Gedächtnis tilgen. Sie hat das Gegenteil bewirkt. Die Gemeinde hat mit dem Bild des fallenden Kirchturms die Erinnerung an das Geschehen wach gehalten. Als der Kirchturm fiel war das nicht das Ende, sondern der Anfang einer Initiative. Sie hat im Hier und Heute jeweils neue Wege zum ehrlichen Umgang mit der Geschichte gesucht und zur Versöhnung nach der Teilung beigetragen. Die Kapelle der Versöhnung hat der Erinnerung an die Mauer und dem Gedenken an ihre Opfer neue Formen gegeben."

Die Kapelle der Versöhnung ist Teil der Gedenkstätte Berliner Mauer und wird auch als eines der wichtigen Elemente in deren Erweiterung mit einer großflächigen Außenausstellung einbezogen. Neben einem aktiven Gemeindeleben ist sie Ort für Gedenkveranstaltungen und die täglichen Andachten zum Gedenken der Mauertoten.

Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Dr. Axel Klausmeier:

"Die Kapelle der Versöhnung bietet innerhalb der Gedenkstätte die Möglichkeit, in Ruhe der Opfer der Teilung zu gedenken. Sie ist und bleibt eine unverzichtbare Ergänzung zu Denkmal und Dokumentationszentrum. Die Kapelle ist ein eindrucksvoller Teil der Geschichte der Bernauer Straße und ihrer Bewohner. Im neuen Besucherzentrum zeigt die Animation der Deutschen Welle die Grenzanlagen aus den 1980er Jahren. Darin ist auch die frühere Versöhnungskirche auf dem Mauerstreifen realistisch nachgezeichnet."

Am Freitag hat mit einer Installation, einer akustischen Erinnerung an die Sprengung und einer anschließenden Andacht die Gedenkwoche zu 25 Jahre Sprengung der Versöhnungskirche begonnen. Der Grundriss der zerstörten Versöhnungskirche ist mit kleinen Feuern optisch markiert worden. Die Umrisse des Kirchturms sind durch Lichtsäulen dargestellt, die über die gesamte Woche leuchten werden. In der Mitte ist das erhaltene Turmkreuz zu sehen.

Gedenkwoche zu 25 Jahre Sprengung der Versöhnungskirche

"Die Versöhnungskirche - vor 25 Jahren gesprengt,
doch nicht vergessen"

22.01.2010, 9:55 Uhr
Kapelle der Versöhnung und Vorplatz, Bernauer Str. 4, 10115 Berlin
Installation und akustische Erinnerung an die Sprengung mit anschließender Andacht

27.01.2010, 19:30 Uhr
Ullsteinraum im Dokumentationszentrum Berliner Mauer, Bernauer Str.111,
13355 Berlin
Podium zur Kirchensprengung mit Dr. Gerhard Sälter, Dr. Petra Bahr und Probst a.D. Dr. Karl-Heinrich Luetke. Moderation: Dr. Axel Klausmeier

28.01.2010, 14:55 Uhr
Kapelle der Versöhnung und Vorplatz, Bernauer Str. 4, 10115 Berlin
Installation und akustische Erinnerung an die Sprengung, Turmkreuz-Prozession mit anschließender Andacht

28.01.2010, 16:00 Uhr
Kapelle der Versöhnung, Bernauer Str. 4, 10115 Berlin
Abschluss Gedenkveranstaltung im Wandelgang (kleiner Imbiss)


Für Rückfragen:
Thomas Klein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon: +49 (0)30 467 98 66-61
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