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FREITAG, 23. MÄRZ 2012
WO GESCHICHTE SPÜRBAR WIRD – EINE MILLION BESUCHER IN DER KAPELLE DER VERSÖHNUNG AN DER GEDENKSTÄTTE BERLINER MAUER

Am 23. März begrüßte Pfarrer Manfred Fischer gemeinsam mit dem Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Dr. Axel Klausmeier, die 1.000.000 Besucherin der Kapelle der Versöhnung, Marie Janssen aus Sandesneben in Schleswig-Holstein.

Um 10.40 Uhr war es soweit: Marie Janssen, zu Besuch in Berlin mit ihrem Sohn Fiete (9 Monate) und ihren Eltern, ahnte nichts, als sie das Areal der Gedenkstätte betrat und erfuhr, dass sie die 1.000.000 Besucherin der Kapelle der Versöhnung war. Überrascht und ergriffen nahm sie als Geschenk eine Miniatur-Nachbildung des Kreuzes der ehemaligen Versöhnungskirche entgegen, das ihr Pfarrer Manfred Fischer feierlich überreichte.

Zur Kapelle der Versöhnung als Ort der Erinnerung sagte die junge Religionslehrerin: „Das ist wichtig. Das sollen die Leute wissen und sie können es hier spüren.“

Seit ihrer Einweihung am 9. November 2000 zählt die Kapelle der Versöhnung auf dem
ehemaligen Grenzstreifen zu den zentralen Attraktionen der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Mitte Berlins. Seit 2000 stieg die Zahl der Besucher der Kapelle kontinuierlich an und erreichte mit mehr als 190.000 Besuchern allein im Jahr 2011 einen Höhepunkt.

An diesem historischen Ort wird die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts in ihrer ganzen Dramatik erfahrbar: Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, gerade erst wieder für den Gottesdienst hergerichtet, wurde die alte Versöhnungskirche 1961 eingemauert und lag seitdem unerreichbar im Todesstreifen. Sie wurde zum mahnenden Symbol der Teilung Deutschlands und Europas. Die Kirche wurde 1985 von den Grenztruppen der DDR gesprengt. Nach der Wiedervereinigung erhielt die Versöhnungsgemeinde ihr Kirchengrundstück zur Sakralnutzung zurück und errichtete die Kapelle der Versöhnung. Die Kapelle ist die Gottesdienststätte der Evangelischen Versöhnungsgemeinde und zugleich Teil der Gedenkstätte Berliner Mauer. Hier wird regelmäßig der Todesopfer an der Berliner Mauer gedacht.

Der moderne Stampflehmbau (Architekten: P Sassenroth, R. Reitermann) wurde auf den Fundamenten der gesprengten Versöhnungskirche errichtet. Im Inneren steht – über der freigelegten Kellertreppe der alten Kirche – das gerettete Retabel des Altars. Im neuen Altar der Kapelle liegt das Mauertotenbuch. Die Kapelle steht als Zeichen für Aufbruch, Hoffnung und Versöhnung.

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