FREITAG, 7. NOVEMBER 2014
25. JAHRESTAG DES MAUERFALLS AM 9. NOVEMBER 2014 ZENTRALE GEDENKVERANSTALTUNG UND ERÖFFNUNG DER NEUEN DAUERAUSSTELLUNG „1961 | 1989. DIE BERLINER MAUER“ IN DER GEDENKSTÄTTE BERLINER MAUER

Anlässlich des 25. Jahrestags des Mauerfalls findet am Sonntag, 9. November 2014, die zentrale Gedenkveranstaltung von Land und Bund in Erinnerung an die Friedliche Revolution in der Gedenkstätte Berliner Mauer statt. Nach einjähriger Umbauphase wird außerdem die neue Dauerausstellung „1961 | 1989. Die Berliner Mauer“ eröffnet. Die Ausstellung widmet sich der Geschichte der Teilung Berlins. Sie erläutert die politisch-historischen Hintergründe vom Mauerbau bis zum Mauerfall. Zeitgleich wurden die Arbeiten im letzten Abschnitt zur Erweiterung der Ausstellung im ehemaligen Grenzstreifen zwischen der Brunnenstraße und der Ruppiner Straße abgeschlossen.

Die Veranstaltung findet statt in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, und der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters. Aus der Berliner Politik nehmen u.a. Ralf Wieland, Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Innensenator Frank Henkel, Tim Renner, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten, sowie Walter Momper, ehemaliger Regierender Bürgermeister, teil.

Auch aus der Zivilgesellschaft werden zahlreiche Gäste erwartet, darunter Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR), Markus Meckel (Sozialdemokratische Partei der DDR), Ulrike Poppe (Demokratie Jetzt), Werner Schulz (Neues Forum), Tom Sello (Robert-Havemann-Gesellschaft), Karin Gueffroy, die Mutter des letzten Opfers des Schießbefehls an der Mauer u.v.m. Zudem haben Bischof Markus Dröge und Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland, ihr Kommen zugesagt.

Aus Ungarn kommt mit Miklós Németh, ehemaliger ungarischer Ministerpräsident (1988-90), ein besonderer Ehrengast. Auch József Czukor, Botschafter der Republik Ungarn, John Emerson, Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika, Philippe Etienne, Botschafter der Französischen Republik, Jae-shin Kim, Botschafter der Republik Korea, Kaja Teal, Botschafter der Republik Estland, und Lazăr Comănescu, Botschafter Rumäniens, nehmen an der Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die Friedliche Revolution teil. Der Botschafter der Russischen Föderation wird durch Alexander Milyutin, Kulturattaché der Russischen Föderation, vertreten sein.

Programm
9.55 Uhr Ankunft der Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel
Begrüßung: Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin
Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien
10.00 Uhr Posaunenruf an der Hinterlandmauer (13 Posaunen, Jericho Brass Ensemble)

In Anspielung an die Posaunen von Jericho, die einst die Mauern der biblischen Stadt zum Einsturz brachten. Sieben Tage lang, so heißt es, sollen die Posaunen geblasen worden sein. Erst dann wurden die Mauern vom Feldgeschrei des Volkes unterstützt, gestürzt, durch die vereinte Kraft des Volkes.
Ort: Denkmal der Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße / Ecke Ackerstraße, 13355 Berlin

Begrüßung: Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer
Ansprache: Dr. Erhart Neubert, Vorsitzender des Bürgerbüros e.V.
anschließend Niederlegen von Rosen an der Hinterlandmauer
Alle Gäste legen als Symbol für das Aufbrechen der Mauer Rosen nieder. Seit dem Jahr 2000 werden jedes Jahr am 9. November anlässlich des Jahrestages des Mauerfalls Rosen in die Schlitze der sogenannten Hinterlandmauer nah des Denkmals gesteckt. Sie machen deutlich, dass bei aller Freude über die Überwindung der Mauer die Opfer von Teilung und kommunistischer Gewaltherrschaft nicht vergessen sind.

10.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst
Mit Bischof Dr. Markus Dröge (Ev. Kirche Berlin-Brandenburg) und Prälat Tobias Przytarski (Kath. Kirche)
Ort: Kapelle der Versöhnung, Bernauer Straße 4, 13355 Berlin
anschließend Entzünden von Kerzen am nationalen Denkmal der Gedenkstätte Berliner Mauer mit ausgewählten Gästen

Die Kerzen stehen als Symbol für die Friedliche Revolution in Erinnerung an die mutigen Menschen, die im Herbst 1989 auf die Straße gegangen sind und mit Kerzen friedlich für Menschenrechte und freie Wahlen demonstriert haben.

11.20 Uhr Eröffnung der neuen Dauerausstellung „1961 | 1989. Die Berliner Mauer“
Ort: Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 119, 13355 Berlin

Begrüßung: Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer
Ansprache: Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin
Rede: Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland
Musik: Dorothea Ebert (Violine), Helmar Stiehler (Violincello), Urs Stiehler (Viola)

Zu Dorothea Ebert „Im Sommer 1983 unternahmen die Geschwister Michael und Dorothea aus Dresden, beide Musiker … einen Fluchtversuch. Sie wollten während einer Ferienreise zu Fuß über die bulgarische Grenze nach Jugoslawien. Eltern und Freunde wussten nichts davon. Der Versuch scheiterte. Anfang 1984 wurden sie zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt und um die Jahreswende 1984/85 von der Bundesrepublik freigekauft.“ (AUS: „Und plötzlich waren wir Verbrecher“, dtv, 2010) Dorothea Ebert spielt heute Violine im Bayerischen Staatsorchester. Ihre frühere Violine, ein Erbstück, wurde nach der Verhaftung von der Staatssicherheit beschlagnahmt und tauchte nie wieder auf.

Anschließend Rundgang durch die Ausstellung mit Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel und ausgewählten Gästen.

Zur Gedenkstätte Berliner Mauer
Die Gedenkstätte verläuft entlang des ehemaligen Grenzstreifens zwischen Ost- und West-Berlin in der Bernauer Straße auf einer Strecke von 1,4 Kilometern. 220 Meter der Berliner Mauer, die einst auf einer Länge von 155 Kilometern West-Berlin umfasste, sind hier erhalten geblieben. Am historischen Ort erzählt die Gedenkstätte Berliner Mauer die Geschichte der Teilung Deutschlands, Europas und der Welt. Sie ist eine Stätte für individuelle Trauer, kollektives Gedenken und Reflexion. Zahlreiche multimediale Themenstationen vermitteln Geschichte und rücken das Opfergedenken in den Mittelpunkt.

Das nationale Denkmal der Gedenkstätte Berliner Mauer ist der Erinnerung an die Teilung der Stadt zwischen 1961 und 1989 und der Erinnerung an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft gewidmet. Das Denkmal wurde am 13. August 1998 durch die damalige Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und heutige Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel, eingeweiht.